Der „Atomkonsens“ ist gescheitert
Wenn man sich anschaut, um was es momentan geht, wird sehr schnell deutlich: Der sogenannte „Atomkonsens“, der eigentlich nie einer war, da die Energiekonzerne schon von Anfang an klar gemacht haben, den Vertrag so schnell wie möglich brechen zu wollen, ist gescheitert. Es wird darüber debattiert, wie lange die Atommeiler noch laufen sollen, anstatt das Notwendige auf den Tisch zu legen.
Die Tatsachen, dass in den ganzen Jahren des “ Atomkonsens“ kein einziges wichtiges Atomkraftwerk abgeschaltet wurde und dass die Anti-Atom Bewegung durch das jahrelange Einlullen so schwach wie noch nie zuvor ist, macht deutlich, dass es so nicht geht. Selbst heute fordern manche Teile der Anti-Atom Bewegung nur „das Aus für möglichst viele Atomkraftwerke“, was einschließt, dass der Weiterbetrieb einer unbestimmten Anzahl an Atomkraftwerken sogar von deren Seite akzeptiert wird. Nach dem „Atomkonsens“ ist dies ein weiterer Schritt in jene falsche Richtung, in der der Anti-Atom Bewegung das Bewusstsein für das Notwendige verloren geht und durch „das Mögliche“ ersetzt werden soll. Doch gerade dieses Bewusstsein für das Notwendige wird nur durch eine Forderung aufrecht erhalten – und das ist die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar weltweit.

Kapitalismus abschalten!
Nun geht es aber im Großen und Ganzen natürlich nicht nur um das Bewusstsein der Menschen gegenüber der Atomenergie, sondern um die Frage, warum die Atomkraftwerke laut dem bürgerlichen Lager weiterhin Energie produzieren sollen.
Gerade von jenen neoliberalen Kräften gibt es immer wieder zu hören, dass Atomenergie weiterhin produziert werden müsse, weil die Menschen die Atomenergie benötigen würden. Dies entspricht offensichtlich nicht der Realität. In einem profitorientierten Wirtschaftssystem wird an der Atomkraft nur aus dem Grund festgehalten, dass sie für die Atomkonzerne eine höchstmögliche Profitquelle darstellt. Dass dies wie oben beschrieben auf Kosten von Mensch und Umwelt geschieht, wird dabei problemlos in Kauf genommen und genau deswegen ist für uns klar: Eine Kritik an dem ganzen Sumpf der Atomenergie ist immer auch gleichzeitig eine Kritik an einem Wirtschaftssystem, in dem es nicht um Bedürfnisbefriedigung und Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen, sondern um die Gewinnmaximierung der Unternehmen geht.
Und eben diese Kritik ist auch notwendig, weil sich an der Lebenssituation der großen Masse der Menschen nichts ändern wird, wenn lediglich alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden und stattdessen alternativ erzeugter Strom von Energiekonzernen oder anderen kapitalistischen Strukturen produziert und verkauft wird.
Die Kontrolle über die Form der Energieerzeugung bleibt auch dann weiterhin in der Hand einiger weniger und auch der Grund der Energieerzeugung: die Vermehrung von Kapital und damit die Ausbeutung von in der Energieerzeugung Arbeitenden und der KundInnen bleibt weiterhin bestehen. Um dies zu vermeiden, muss der Atomausstieg selbst organisiert werden und darf nicht Aufgabe einiger weniger Energiekonzerne werden, die deren Oligopolstellung weiterhin garantiert.
Es geht also nicht nur um die Stilllegung aller Atomkraftwerke, sondern auch um die Stilllegung der herrschenden Klasse und ihres kapitalistischen Wirtschaftssystems.

(Dies war lediglich der Ursprungstext und nicht der Redetext!)

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