Nachdem letztes Jahr 270.000 Studierende, Auszubildende, Schülerinnen, Schüler und andere Menschen auf die Straße gegangen, um für eine bessere Bildung zu demonstrieren, sehen wir, dass die wichtigsten Ziele im Kampf für eine bessere Bildung nicht erreicht wurden. Grund genug, um weiter auf die Straße zu gehen und für bessere und gerechtere Verhältnisse im Bildungssystem, aber auch in der Gesellschaft zu demonstrieren.

Unsere wichtigsten Forderungen sind klar:

- Keine Bildungsgebühren!

Bildung ist KEINE Ware, die man sich kaufen kann und zu der ärmere Leute einen schlechteren Zugang haben dürfen, als Reiche, sondern ein Allgemeingut, das jedem gleichermaßen zugänglich sein muss. Deswegen dürfen Studium, schulische Berufsausbildungen, Schulen und KITA-Plätze genauso nichts kosten, wie Schulbücher und andere Lehrmittel.

- Das dreigliedrige Schulsystem muss abgeschafft werden

Das drei- (bzw viergliedrige) Schulsystem ist eine Reliquie aus dem 19.Jahrhundert, die Kinder im Alter von rund 10 Jahren in gut, mittel, schlecht (und total nutzlos) teilt. Es muss abgeschafft werden und durch ein System der solidarischen Gemeinschaftsschulen ersetzt werden.

- Demokratisierung von Schulen

Die Schule ist in erster Linie für die Schülerinnen und Schüler da. Deswegen müssen diese auch mehr Mitbestimmungsrechte an Schulen bekommen, durch die sie aktiv das Geschehen in der Schule innerhalb und außerhalb des Unterrichts mitgestalten können.

- Selbstbestimmtes Lernen: Bildung statt Ausbildung

Wir sehen es nicht ein, dass der Sinn der Bildung entfremdet wird. Das Bildungssystem soll dazu da sein, um den Menschen zu helfen, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und nicht, um später als roboterartige Wesen für Kapitalinteressen arbeiten zu können. Dafür braucht es an Schulen und Hochschulen mehr Entfaltungs- und Wahlmöglichkeiten für SchülerInnen und Studierende. Notwendig für ein selbstbestimmtes Lernen und Leben ist auch die Abschaffung des Notensystems. Die Schule ist nicht dafür da, den SchülerInnen unter kapitalistischem Konkurrenzdruck einen Marktwert aufzudrücken und ihnen eine Identität zu geben, sondern ihnen zu helfen, ihre Identität selbst zu entdecken.

- bewährte Konzepte anwenden

Kleinere Klassen und mehr Lehrer sind ein wichtiger Schlüssel zu einer besseren und gerechteren Bildung. Der Umsetzung dieser von der Politik schon längst gewonnenen Erkenntnis wären wir überaus dankbar.

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Wir wollen Bildung für den Menschen und nicht eine Ausbildung für die Wirtschaft und dafür streiten wir. Im Februar hat sich auch in Pforzheim ein Arbeitskreis (AK) Freie Bildung gegründet, bei dem wir mitwirken und über den wir zusammen mit anderen Menschen und Organisationen diese und andere Forderungen umsetzen wollen. Deswegen wird am 9.Juni, dem zentralen Aktionstag der nächsten großen Bildungsstreikwelle auch in Pforzheim eine Demonstration stattfinden.

Treffpunkt ist um 10 Uhr am Weissenhausplatz

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