„Wo immer ihr auftretet, werden wir euch im Wege stehen!“¹

Der Bündnisaufruf der Initiative gegen Rechts zum 23. Februar:

Seit 20 Jahren veranstalten Nazis am 23. Februar eine Fackelmahnwache auf dem Pforzheimer Wartberg. Sie missbrauchen dabei den Jahrestag der Zerstörung der Stadt 1945 für die Propagierung ihrer menschenverachtenden Ideologie. Ausgerechnet die geistigen Erben der Verantwortlichen des Zweiten Weltkriegs veranstalten damit die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung in Baden-Württemberg.

Seit Jahren finden antifaschistische Proteste gegen den Aufmarsch statt. In der Pforzheimer Öffentlichkeit gibt es eine breite Ablehnung des Aufmarsches, was im letzten Jahr noch einmal die Resolution des Gemeinderats bestätigte: „Die Stadt Pforzheim unterstützt […] alle Aktionen, die unsere Ablehnung rechtsextremer Versammlungen zum Ausdruck bringen, so weit diese friedlich und im Rahmen des geltenden Rechts durchgeführt werden.“ Wir sind uns einig in der Forderung: „Pforzheim Nazifrei!“ Durch den Protest auf dem Marktplatz allein ist der Aufmarsch jedoch nicht zu verhindern – deshalb halten wir es für notwendig, uns den Nazis gemeinsam in den Weg zu stellen!

Wenn wir es schaffen, den Naziaufmarsch zu verhindern, ist das nicht nur ein Schlag gegen die Nazi-Szene und ihr terroristisches Potential. Es ist auch ein deutliches Zeichen gegen Nationalismus, Militarismus, Rassismus und jede andere Form von Diskriminierung, die in der Gesellschaft weit verbreitet sind!

Sich in den Weg zu stellen ist eine Form des zivilen Ungehorsams. Diese hat eine lange Tradition, für die Namen wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King und viele andere stehen. Gemein ist uns, dass wir einen bewussten Regelübertritt in Kauf nehmen, denn „wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“ (Bertolt Brecht)

Die positiven Erfahrungen aus Aktionen gegen die Naziaufmärsche in Städten wie Dresden, Heidelberg und Jena zeigen deutlich: Durch gut koordiniertes und organisiertes Handeln können wir die Nazis stoppen! Wenn viele Menschen aus einem breiten Spektrum der Bevölkerung zusammenkommen und ihnen im Wege stehen, ist für die Nazis kein Durchkommen! Ein weiterer wichtiger Teil unseres Widerstandes gegen die Nazis und die Fackelmahnwache wird die große gemeinsame Demonstration mit Kundgebung sein.

Wir sind uns über die räumlichen und jahreszeitlichen Herausforderungen am Wartberg im Klaren. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich an einem Aktionskonzept. Unsere Aktionen werden gewaltfrei, aber dennoch entschlossen sein. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Beginnen werden wir unseren Aktionstag mit einer Auftaktkundgebung am Pforzheimer Hauptbahnhof und einer anschließenden Demonstration. Dazu laden wir landesweit ein:

23. Februar – 15:30 Uhr – Pforzheim Hauptbahnhof

Gemeinsam können wir sie stoppen!
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¹ Bundespräsident J. Gauck am 16.08.2012 in Rostock


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