Bundeswehr wirbt wieder an Pforzheimer Schulen

Die Bundeswehr wirbt an Schulen, um junge Menschen als Rekrut_innen zu gewinnen. Dabei lockt sie vorallem mit dem guten Verdienst und den Aufstiegsmöglichkeiten. So leider auch an der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim.
Auch einer unserer Genossen war bei dem Besuch der Bundeswehr anwesend. So ging er ins Klassenzimmer und sah sich dort einem Jungoffizier gegenüber. Aus politischen und Gewissensgründen ließ er sich vom Unterricht befreien.

„Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie auf der einen Seite die Bundeswehr für sich werben darf, aber auf der anderen Seite kritische Organisationen, wie die „Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstverweigererInnen“ nicht eingeladen werden, um auch mal andere Meinungen zu diesem Thema zu hören. Das zeugt von dem mangelnden Demokratieverständnis des Bildungsministeriums Baden-Württembergs. Ich erwarte von der grün-roten Landesregierung, dass die Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr fallen gelassen wird“, so Lars Hilbig, Mitglied der linksjugend [’solid] Pforzheim.

Im Gesprächen mit anderen SchülerInnen wurde unter anderem erzählt, dass auf die Frage nach den Gefallenen der Bundeswehr im Afghanistaneinsatz von einem Jungoffizier geantwortet wurde, dass 40 Tote bei tausenden Soldaten doch noch angemessen sei. Solche Äußerungen zeigen, dass der Mensch als Individuum in der Logik von Kriegseinsätzen nicht vorkommt.

Die Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen und sollte dort keine Werbung machen dürfen, denn Soldat_in ist eben kein Beruf wie jeder andere. Was viele nicht wissen: Schulleitungen und Lehrer_innen können sich weigern, den unerwünschten Besuch in ihre Klassen zu lassen, denn der Besuch der Jugendoffiziere widerspricht dem sogenannten „Beutelsbacher Konsens“ von 1976, in dem unter anderem auch festgelegt wurde, dass den Schüler_innen keine einseitige Darstellung eines Sachverhalts vermittelt werden darf (Kontroversitätsgebot).

*Wir fordern deshalb:*

* Werbeverbot für die Bundeswehr an allen Schulen
* Kooperationsabkommen zwischen Ländern und Bundeswehr rückgängig machen
* Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze
* Schluss mit dem Krieg in Afghanistan und dem Werben für den Einsatz in der Bevölkerung
* selbstbestimmt lernen und leben lassen
* Auflösung der Bundeswehr


2 Antworten auf „Bundeswehr wirbt wieder an Pforzheimer Schulen“


  1. 1 Hans im Glück 07. Juli 2011 um 23:52 Uhr

    Ihr habts sie ja nicht alle!?

    Auflösung der Bundeswehr?, selbstbestimmt lernen und leben lassen! und womöglich Frieden in der Welt^^ Schaut ihr lieber mal weiter eure Zeichentrick Filme.

    Mal schauen wie lang mein Kommentar hier stehen bleibt bevor ihr durch das löschen, meine Meinungsfreiheit unseres Demokratischen Staats mit Füßen tretet.

    Ich hab übrigens auch Zivi gemacht, aber jeder Soldat verdient einen Maß an Respekt für seine Arbeit. Und wenn ich dann Lese das diesen Männern und Frauen ihr Privates/Ziviles Leben zur Hölle gemacht wird, muss man sich fragen was sind das für Menschen und was verstehen die unter einer Demokratie wenn Sie sich nicht mal an das Gesetz halten können/wollen.

    Natürlich kann man sich über diverse Einsätze der Bundeswehr streiten, dies kann man aber auch über diverse Vorgehensweisen der Polizei. Und wollen wir deshalb die Polizei abschaffen?
    Wer jetzt ja sagt hat zu viel gegifft, ist jedoch der erste der schreit wenn sein Harz 4 nicht mehr bezahlt wird. Dann haben wir nämlich eine Anarchie in der Mord, Vergewaltigung und Plünderungen zur Tagesordnung gehören.

    Das ist meine Freie Meinung!!

  2. 2 Lukas 20. Juli 2011 um 5:19 Uhr

    Hallo lieber Hans,
    Da du den Artikel offensichtlich entweder nicht vollständig gelesen bzw. Verstanden hast, möchte ich darauf hinweisen, dass wir durchaus eine Art Mitleid mit Soldaten empfinden, da die meisten sich mangels Alternativen „freiwillig“ melden.
    Wir kritisieren hier das Konstrukt Bundeswehr, bzw. ihren aktuellen Zweck. Denn grundsätzlich war die Idee der Bundeswehr, dass im Kriegsfall eine VERTEIDIGUNGSkraft existiert.
    Aktuell werden „unsere wirtschaftlichen Interessen am Hindukush“ und anderswo verteidigt. Das ist übrigens keine Aussage eines linken „Weltfriedengiffers“!
    Pardon es heisst WeltfriedenKiffers.
    Gruß, ein amüsierter [’solid]

    PS: Ich bin meines Wissens der einzige der von Hartz IV lebt. Das aber auch nurnoch solange, bis ich meine Schule beendet habe.

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