Archiv für Mai 2011

Bundeswehr wirbt wieder an Pforzheimer Schulen

Die Bundeswehr wirbt an Schulen, um junge Menschen als Rekrut_innen zu gewinnen. Dabei lockt sie vorallem mit dem guten Verdienst und den Aufstiegsmöglichkeiten. So leider auch an der Heinrich-Wieland-Schule in Pforzheim.
Auch einer unserer Genossen war bei dem Besuch der Bundeswehr anwesend. So ging er ins Klassenzimmer und sah sich dort einem Jungoffizier gegenüber. Aus politischen und Gewissensgründen ließ er sich vom Unterricht befreien.

„Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie auf der einen Seite die Bundeswehr für sich werben darf, aber auf der anderen Seite kritische Organisationen, wie die „Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstverweigererInnen“ nicht eingeladen werden, um auch mal andere Meinungen zu diesem Thema zu hören. Das zeugt von dem mangelnden Demokratieverständnis des Bildungsministeriums Baden-Württembergs. Ich erwarte von der grün-roten Landesregierung, dass die Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr fallen gelassen wird“, so Lars Hilbig, Mitglied der linksjugend [’solid] Pforzheim.

Im Gesprächen mit anderen SchülerInnen wurde unter anderem erzählt, dass auf die Frage nach den Gefallenen der Bundeswehr im Afghanistaneinsatz von einem Jungoffizier geantwortet wurde, dass 40 Tote bei tausenden Soldaten doch noch angemessen sei. Solche Äußerungen zeigen, dass der Mensch als Individuum in der Logik von Kriegseinsätzen nicht vorkommt.

Die Bundeswehr hat an Schulen nichts zu suchen und sollte dort keine Werbung machen dürfen, denn Soldat_in ist eben kein Beruf wie jeder andere. Was viele nicht wissen: Schulleitungen und Lehrer_innen können sich weigern, den unerwünschten Besuch in ihre Klassen zu lassen, denn der Besuch der Jugendoffiziere widerspricht dem sogenannten „Beutelsbacher Konsens“ von 1976, in dem unter anderem auch festgelegt wurde, dass den Schüler_innen keine einseitige Darstellung eines Sachverhalts vermittelt werden darf (Kontroversitätsgebot).

*Wir fordern deshalb:*

* Werbeverbot für die Bundeswehr an allen Schulen
* Kooperationsabkommen zwischen Ländern und Bundeswehr rückgängig machen
* Ausbildungsplätze statt Auslandseinsätze
* Schluss mit dem Krieg in Afghanistan und dem Werben für den Einsatz in der Bevölkerung
* selbstbestimmt lernen und leben lassen
* Auflösung der Bundeswehr