Archiv für Februar 2010

Arbeitskreis Freie Bildung bildet sich in Pforzheim

Heute schon auswendig gelernt?

Seit Jahren wird an der Bildung immer mehr gespart. Überhöhter Leistungsdruck durch G8 und Bologna-Prozess, mangelnde demokratische Strukturen, soziale Selektion, chronische Unterfinanzierung…die Liste der Probleme ist lang. Im vergangenen Jahr demonstrierten deshalb allein im deutschsprachigen Raum Hunderttausende für bessere Bildung. Seit Samstag, dem 20. Februar, gibt es auch in Pforzheim einen

Arbeitskreis Freie Bildung

Was ist der AK Freie Bildung?

Der AK Freie Bildung ist ein offener Zusammenschluss kritischer Schüler, Studenten und Lehrender, der die Missstände im Bildungssystem anprangert, Alternativen ausarbeitet sowie Proteste organisiert. Es werden zweiwöchentliche Plena stattfinden, die uns den Freiraum bieten, unsere Forderungen auszuformulieren, die Öffentlichkeit für das Thema Bildung zu sensibilisieren und Raum für Diskussionen zu schaffen. Der AK Freie Bildung gründet sich auf dem Verständnis, dass Bildung keine Ware ist, sondern ein Menschenrecht, das grundsätzlich kostenfrei sein muss, und dass Bildung nicht vorrangig den Interessen der Wirtschaft, sondern denen des Individuums und denen der Gesellschaft dienen sollte.

Was will der AK Freie Bildung?

Kurz gesagt: das, was ihr wollt. Die Plena sind basisdemokratisch organisiert, jeder kann kommen, mitdiskutieren, abstimmen und selbst Anträge zur Abstimmung einbringen. Deshalb steht noch überhaupt nicht fest, was in Pforzheim überhaupt genau gefordert wird. Zentrale Forderungen aus anderen Städten sind zum Beispiel:
-Abschaffung aller Bildungsgebühren
-Demokratisierung aller Bildungseinrichtungen
-Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums
-längeres gemeinsames Lernen

Interesse? Fragen? Anregungen? Kritik?

Dann kommt zum:

1. Plenum des AK Freie Bildung
Freitag, 5. März 13:30 im Hilda-Gymnasium
Raum 102 (Musiksaal 2)

Kontakt: akfb_pf@yahoo.de

Bericht vom 20. Februar

Wie jedes Jahr hielten Neonazis am 23. Februar ihre unsägliche Fackelmahnwache auf dem Wartberg, um den Opfern des 2. Weltkriegs zu „gedenken“ und um dabei schön die Täter-Opfer Rollen zu vertauschen, alle über einen Kamm zu scheren und die schrecklichen Taten des Naziregimes zu relativieren. Da die Mahnwache etwas abseits stattfindet, konnte sich daraus der größte regelmäßige Naziaufmarsch in Süddeutschland etablieren, ohne dass sich die Bevölkerung dagegen stellte. Doch dieses Jahr fand am 20. Februar eine breit gefächerte Demonstration gegen die jährliche Nazimahnwache statt. Von AntifaschistInnen, SozialistInnen über GewerkschafterInnen , Grüne und SozialdemokratInnen bis hin zur Evangelischen Kirche protestierten c.a. 600 Menschen gegen die Mahnwache.
Treffpunkt der Demo war um 14 Uhr am Waisenhausplatz. Nach einer Ansprache von Rüdiger Jungkind, der die „Initiative gegen Rechts“ geleitet hat und dem wir für seine wirklich enorme Arbeit hier noch einmal unseren Dank aussprechen wollen, startete der Demozug zum Platz der Synagoge. Hier gab es ein Kulturprogramm von Jane Zahn, die 4 Lieder zum Besten gab. Vor allem bei dem Klassiker „Die Moorsoldaten“ konnte man einige Stimmen mitsingen hören. Danach ging es weiter zum Leopoldsplatz, wo die ersten Redebeiträge stattfanden. Hier redeten zuerst Katja Mast (SPD) und Mehmet Kilic (Bündnis 90/ Die Grünen). Es folgte dann die Rede von Claus Spohn (DIE LINKE), bei der er auf die (fehlende) Differenzierung von links und rechts einging, sowie eine Ansprache von Ernst Grube (VVN-BdA, München), der selbst ein Zeitzeuge und Opfer des Naziregimes ist.
Nach der Rede von Ernst Grube wanderte der Demozug über die Bahnhofstraße den Schloßberg hinunter zum Rathausplatz und zum Platz des 23. Februar, wo die Abschlusskundgebung stattfand, die ebenfalls von einem Kulturbeitrag Jane Zahns eingeleitet wurde. In der Abschlusskundgebung sprach zuerst Christian Velsink als Vertreter der IG-Metall Jugend. Es folgte ein Vertreter von uns, der in seiner Rede auf den Missbrauch linker Symbole durch Nazis aufmerksam machte und ein starker Redebeitrag der alerta Pforzheim, bei dem sehr schön auf die ganzen Vorurteile und Verleumdungen eingegangen wurde, mit denen wir im Vorfeld und auch sonst oft konfrontiert wurden (und werden).

Skandal im Bundestag: Lammert wirft DIE LINKE wegen stillen Gedenkens für die Kundus-Opfer raus

Protest afghanistan bundestag

DIE LINKE hat geschlossen gegen die Verlängerung des Kriegseinsatzes und gegen die Truppenaufstockung gestimmt, die am Freitag mit der Mehrheit von Union, SPD und FDP beschlossen wurden – bei 429 Ja-, 111 Nein-Stimmen und 46 Enthaltungen. Am Ende der Rede von Christine Buchholz gedachten die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE still der Opfer des NATO-Bombardements bei Kundus am 4. September 2009. Buchholz unterstrich in ihrer Rede: Ohne die Unterstützung der NATO-Soldaten wäre die Karsai-Regierung nichts. Militärische Aufstandsbekämpfung und Schutz der Bevölkerung sind unvereinbar. Die Bombardierung der Tanklaster wird nicht die letzte dieser Art bleiben, wenn Sie heute die Verlängerung des Mandats beschließen. Deutschland ist an einem Krieg gegen die einfache Bevölkerung in Afghanistan beteiligt.

Komplettes Video auf Youtube :

http://www.youtube.com/user/linksfraktion#p/a/u/0/WDTcL2_SUO4

Fotostrecke: Stilles Gedenken und Rauswurf der Linken:

http://www.linksfraktion.de/fotostrecke.php?fotostrecke=2267848447

Kundgebung am 23. Februar

Neben der von der Pforzheimer „Inititive gegen Rechts“ organisierten Demonstration am 20. Februar, dem Samstag vor der Fackelmahnwache der Nazis, wird es auch am 23. Februar selbst eine Dauerkundgebung auf dem Pforzheimer Marktplatz und allerlei Aktionen geben.
Diese soll sowohl auf die Naziproblematik als auch auf die Problematik der städtischen Geschichtspolitik, aufmerksam machen. Um auch wirklich aufzufallen ist euer Mitwirken gefragt. Deshalb seid kreativ, lasst euch was einfallen und kommt zahlreich!

Von 14:00 bis 17:00 Uhr gibts einen Infostand und ab 15:00 Uhr eine Dauerkundgebung mit Volksküche, Zirkuszelt und verschiedenen anderen Aktionen.