31. Januar 2013: Vortrag von Markus Speer über Geschichtsrevisionismus in der Alten Fabrik

Am 31. Januar veranstalten die Falken in der Alten Fabrik einen „Vortrag von Markus Speer, der mit jeglichem Revisionismus aufräumt und einer Legendenbildung, die die historischen Tatsachen verklärt. Den rechten Geschichtsfälschern muss mit den historischen Tatsachen entgegengesteuert werden, die Opfer mit Tätern vertauschen wollen und gar den Holocaust mit einem angeblichen “Bombenholocaust”( so laut NPD) gleichsetzen wollen.“

Beginn ist um 19 Uhr und Ort die Zerrennerstraße 19 in Pforzheim

Ein paar Worte zum 23. Februar

Die Facebookseite „Kein Bock auf Nazis auf dem Wartberg noch sonst wo“ hat einige wichtige Sätze zum Thema 23. Februar in Pforzheim veröffentlicht. Zum Liken der Seite gehts hier entlang.

So langsam hat mensch doch die Faxen dicke:
Wie ihr vielleicht wisst findet auch 2013 wieder die Fackelmahnwache des “Freundeskreis ein Herz für Deutschland” in Pforzheim statt. Die Stadtverwaltung behauptet alle ihr möglichen Mittel ausgeschöpft zu haben das jährliche Nazitreffen zu verhindern. Im letzten Jahr initiierte die Stadtverwaltung sogar ein eigenes Bündnis gegen die Mahnwache, natürlich nicht ohne den Versuch im Bündnis durchzusetzen sich gleichermaßen von “linken wie rechten Extremisten” zu distanzieren. Dahinter steht der Versuch abweichende politische Anliegen als ordnungspolitisches Problem abzutun.
(Quelle: http://www.pforzheim.de/goldstadt-tourismus/23-februar-pforzheimer-gedenktag.html )

“Ob an die Stelle der bürgerlich-kapitalistischen Grundordnung ein faschistisches Mördersystem, ein reaktionärer Gottesstaat oder eine Gesellschaft frei von Ausbeutung und Unterdrückung gesetzt werden soll, ist der Extremismustheorie einerlei. Sie hält das Bestehende für das einzig nicht-“extremistische“ und kann sich trotz weltweitem Kriegszustand, Armut, Hunger, Krisen, Umweltzerstörung und allgemeiner gesellschaftlicher Verwahrlosung nicht vorzustellen, dass es etwas besseres geben könnte”
(Quelle: http://alertapforzheim.blogsport.de/2010/02/20/lechts-rinks-alles-dasselbe/#more-94 )

Zwar hat die Stadt Demos gegen die Mahnwache die letzten Jahre zugelassen. Dadurch konnte sie aber nicht verhindert werden. Mit ein Grund dafür war, dass die Demos räumlich getrennt zur Mahnwache und teilweise sogar zeitlich getrennt stattfanden. Letztes Jahr war die Demo dann eher eine Randerscheinung neben der groß angelegten “Gegen-Mahnwache” von Seiten der Stadt.

Allerdings waren die Jahre zuvor meist von einem anderen Bild geprägt: Hunderte bewaffnete Polizist_innen, Veranstaltungsverbote für jugendliche Antifaschist_innen und die Denunzierung öffentlicher Proteste als gewalttätig.

Dann stehen überall diese komischen Trümmerbilder herum, wo keine/r etwas damit anfangen kann, außer dass mensch weiß wie es da mal vor mehr als 60 Jahren ausgesehen hat. So wird ein Bild der Zerstörung und Gewalt erzeugt, die Hintergründe dazu aber ausgeblendet. Was geschah vor dem 23. Februar 1945 in Pforzheim. Warum wird eine komplette Stadt dem Erdboden gleich gemacht?

Pforzheim präsentiert sich damals wie heute als Schmuckstadt. Doch schon Anfang des Zweiten Weltkriegs wurde die Schmuckindustrie auf die Produktion kriegswichtiger Güter ausgelegt. So wurden zum Beispiel Zünder und Präzisionsteile für Raketen in Pforzheim hergestellt. Damals hatte fast jeder Hinterhof eine Schmuckwerkstatt, mit deren Werkzeugen diese Produktion möglich war. Außerdem war Pforzheim ein Haupt – Rüstungsumschlagplatz im Südwesten. Zusätzlich wurden Zwangsarbeiter in der Pforzheimer Industrie eingestellt!
Warum geht das heute immer noch weitgehend in der lokalen Geschichtsschreibung unter?

Das Argument „Am 23. Februar 1945 wäre der Krieg doch fast schon vorbei gewesen“ zieht auch nicht. 1942 wurde der „Der totaler Krieg“ ausgerufen, um die gesamte “Volksgemeinschaft” bis zur Selbstaufgabe zum Krieg zu mobilisieren – was den deutschen Faschist_innen leider auch weitgehend gelungen ist. Das bedeutet, dass jeder kleinste Lebensbereich darauf ausgelegt ist einen Krieg zu gewinnen. Selbst als Pforzheim vollkommen zerstört war, hat sich die dortige Wehrmacht nicht ergeben sondern noch fleißig weiter-geschossen und weiter-exekutiert!

Bürgerliche Staaten stehen in Konkurrenz zueinander. Und in dieser Konkurrenz wollte sich Nazi-Deutschland brachial wie kein anderes Land die Welt untertan machen. Dass sich dann andere Staaten zusammenschließen und dabei mit der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich sind, musste auch den Deutschen bewusst (gewesen) sein.

Das sind drei Tatsachen. Drei Tatsachen die gegen einen Opfermythos sprechen, gegen Geschichtsverfälschung und gegen Nationalismus. Es wirft außerdem die Frage auf: Wie entsteht eine faschistische Ideologie und was ist tatsächlich ihr Nährboden?
Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen. Diesen Tatsachen wollen wir gemeinsam entgegentreten, für eine andere Sicht auf bestehende Verhältnisse.
Mit vielen Ideen und viel Aktionismus:
Flugblätter verteilen, Flashmobs in der Fußgängerzone, „Dosenwerfen gegen Nazis“ oder mit dem Entwerfen von schicken Aufklebern. Es gibt tausende Ideen Leute zu erreichen!!!

Fragt eure Freund_innen und Bekannten,redet und diskutiert miteinander. Sammelt Ideen. Macht Aktionen und vernetzt euch.

Ein auf den Kampf gegen Nazis beschränkter Antifaschismus kann keine langfristige Perspektive bieten; er muss sich immer auch auf die aktuelle gesamtgesellschaftliche Entwicklung beziehen. Deshalb gilt es kontinuierlich die rechten Tendenzen gerade der „bürgerlichen Mitte“ aufzuzeigen und zu bekämpfen.